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Die Zeit
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 Die Bibliothek

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Evan

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BeitragThema: Die Bibliothek    Di Mai 20, 2014 8:57 pm

Hier befindet sich eine riesige, alte Bibliothek, in der die Bücher meist über 100 Jahre alt sind.
Augenscheinlich türmen sich hier meterhohe Bücherregale, die mit Büchern jeglicher Art vollgestellt sind.
Zwei große Fenster sind ebenfalls in diesem Raum, die zum Hinterhof des Schlosses blicken lassen.
Im hinteren Teil sind Schreibtische aufgestellt, auf welchen altmodische, dennoch funktionierende Computer zu finden sind.
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Kyle

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Mo Aug 18, 2014 4:04 pm




Jack


Jack ging langsam in die Bibliothek und sah sich etwas um. So viele Bücher und die meisten davon waren sicherlich uralt und keiner würde sie eigentlich mehr brauchen. Er ging durch das Zimmer und blieb dann vor dem Fenster stehen. Es schien die Sonne und selbst hier drin war es sehr warm. Er überlegte vielleicht an den Teich zu gehen und sich ab zu kühlen, aber dann müsste er wieder runter gehen und wahrscheinlich würde er jemandem über den Weg laufen, am schlimmsten noch wenn es dieses Mädchen (Ivy) aus der Mensa ist und dann würde er sich wahrscheinlich in seinem Zimmer einschließen müssen und mindestens eine Stunde für sich brauchen, um sich ab zu regen. Also beschloss er etwas in den oberen Ethan zu bleiben und sich hier etwas um zu sehen.






----->irgendwo




in der Bibliothek


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Evan

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Sa Apr 04, 2015 1:03 pm

Adrian

<-- Teich

Es war mittlerweile schon dunkel, als er dafür entschied in die Bibliothek zu gehen. Dass er sich noch mit Jack in der Bar treffen wollte, hatte er nicht vergessen. Doch vorher brauchte er irgendwie etwas Ruhe.
Nachdem er duschen war, hatte er sich vorgenommen die gemeinsamen Bilder von Farina und ihm zu löschen - aber er hatte es nicht geschafft. Also hatte er seufzend sein Handy auf's Bett geschmissen und war gegangen.

Er öffnete die große Tür der Bibliothek und trat ein. Eigentlich hätte er das Licht anmachen können, doch stattdessen zündete er die Kerzen der alten Kerzenständer an, die auf den Tischen standen.
An einen Tisch setzte er sich dann und schaute auf die flackernden Schatten der Kerzen.

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Sa Apr 04, 2015 10:54 pm

Farina

cf: Zimmer 004

Sie hatte sich nicht beeilt, immerhin hatte sie den ganzen restlichen Abend Zeit. Bei der Bibliothek angekommen, drückte sie die Tür auf und wollte natürlich als erstes zum Lichtschalter fassen, hielt dann aber inne, weil sie durch die Bücherregale hindurch ein Licht flackern sehen konnte. Sah nach Kerzen aus.
Wer setzte sich in der Dunkelheit, nur mit angezündeten Kerzen in die Bibliothek? Neugier in ihr wurde geweckt, doch sie wusste, wer auch immer dort saß, das würde Gesellschaft bedeuten und darauf hatte sie nun wirklich keine Lust. Eigentlich war sie auch hierher gekommen, um allein zu sein. Das hatte ja offenbar nicht funktioniert. Aber sie konnte sich ja in die andere Ecke setzen, sodass sie trotzdem für sich war und nachdenken konnte. Über das, was heute passiert war... und da war nur die Tatsache, dass sie Adrian verloren hatte. Alles, was davor und danach passiert war, selbst das Shoppen mit Aryn, waren nur Nebensache.
Schmerz flammte erneut in ihr auf und sie schloss ihre Augen, um die Tränen zurückzuhalten, die sich gebildet hatten. Sie musste sich setzen, sofort, denn sie wusste, dass ihre Beine unter ihr nachgeben würden, wenn sie noch länger hier stand.
Um denjenigen, der bereits dort saß, nicht zu stören, trat sie zu dem Tisch, der am weitesten davon entfernt war und setzte sich schwer auf den Stuhl, stützte ihre Ellbogen am Holz ab und vergrub ihr Gesicht in den Händen.
Wenn sie ehrlich war, zweifelte sie immer mehr daran, dass das, was sie getan hatte, das Richtige gewesen war, denn der Schmerz in ihr, das Herz, das sich anfühlte, als ob es nicht mehr dort wäre, all das war so viel, so hart. Wie lange würde das andauern? Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es überhaupt jemals besser werden würde. Adrian war ein wichtiger Teil von ihr, den sie aber selbst von sich herausgerissen hatte.
Sie wusste selbst nicht mehr, wie sie das fertig gebracht hatte, Tatsache war nur, dass sie es jetzt nicht mehr schaffen würde. Und sie wusste, wenn Adrian nun hier stehen würde, vor ihr, sie könnte ihm nicht länger etwas vorspielen.
Aber konnte es so weitergehen? Sie würde ihn jeden Tag sehen, jedes Mal aufs Neue, würde ihm ins Gesicht sehen müssen. Mit dem Wissen, dass er unerreichbar für sie war.
Sie musste lernen, damit umzugehen. Sie durfte nicht an die Zeit zurück denken und musste vergessen, was zwischen ihnen gewesen war. Sie musste lernen, ihn nicht zu lieben, so absurd das auch klang.
Sie nahm ihre Hände weg vom Gesicht und atmete tief durch. Die Tränen in ihren Augen waren weg und solange sie sich konzentrierte, bewusst nicht an Adrian dachte, bestand auch keine Gefahr, erneut den Tränen so nahe zu sein.
Ablenkung. Das war es, was sie brauchte. Sie wollte jemanden zum Reden und nun passte es ihr ganz gut, dass jemand hier war. Sie hatte zwar keine Ahnung, wer es war, da sie es in der Dunkelheit nicht erkennen hatte können und sich auch nicht bemüht hatte es zu erfahren, doch sie würde sich notfalls sogar mit einem der Betreuer unterhalten.
Sie ging auf die Person zu, kam aber keine zwei Meter weit, da blieb sie wieder wie angewurzelt stehen. Normalerweise hätte ihr die Silhouette von hinten noch nichts gesagt, doch diese würde sie unter Tausenden erkennen.
Ihr Herz setzte aus und der Atem stockte. Wollte er sie verarschen? Das konnte doch nicht ernsthaft... Adrian sein?
War das die Ironie des Schicksals, dass sie sich ausgerechnet an dem Tag, an dem sie sich trennten, drei Mal trafen? Was hatten sie getan, dass sie das verdient hatten?
Erinnerungen flammten auf, als sie unter dem Baum saßen, sie auf seinem Schoß... als sie sich entschieden hatte. Ihm die Lüge erzählt hatte, die er überraschend schnell geglaubt hatte. Der Ausdruck in seinem Gesicht... als wäre der Glauben an das Gute im Leben verloren.
Dann später, am selben Ort. Seine Hand... war sie noch immer verbunden? Sie konnte es nicht erkennen, doch sie wusste, dass er es wieder getan hatte, er hatte sich nicht unter Kontrolle gehabt. Sich verletzt. Das, was sie ihm am Anfang ihrer Beziehung ausgeredet hatte, bis er es irgendwann nicht mehr getan hatte.
Das Gespräch - und der Kuss. Einer der größten Fehler, die sie in ihrem Leben getan hatte, und trotzdem hatte sie sich nicht zurückhalten können.
Und nun saß er hier vor ihr, hatte ihr den Rücken zugewandt und beobachtete die Kerze vor ihm. Ein Teil in ihr wollte weglaufen, ein anderer wollte zu ihm gehen. Das erste wäre wohl das sinnvollere, doch wie es zu erwarten war, trat sie langsam näher an ihn heran. Es war, als ob sie ihre Beine nicht mehr unter Kontrolle hätte, doch zum Glück blieben diese stehen, bevor sie an seinen Stuhl dran rannte.
Sie machte hier einen Fehler, das wusste sie, sie sollte nicht hier stehen, sondern in ihrem Zimmer auf dem Bett liegen.
Doch nun stand sie hier und.. ja, was? Sollte sie ihn ansprechen? Es gab eigentlich nichts zu reden, es war alles gesagt was gesagt werden musste, wie sie fand. Und doch drängten Worte in ihr, die ausgesprochen werden wollten. Es waren so viele.
Doch sie wusste, sie durfte nicht. Sie konnte ihm nicht sagen, dass sie ihn liebte, ebenso wenig, dass sie ihn angelogen hatte, um ihn zu schützen. Wenn sie jetzt so darüber nachdachte... war die Trennung keine Fehlentscheidung gewesen. Sie wusste doch, wie viel ihm an diesem Heim lag! Wie sehr er es hier liebte und dass es ihm das Herz zerbrechen würde, wenn er hier fortgehen müsste.
Abgesehen davon, dass er sein Zuhause verlieren würde, wäre auch sein Job weg, an dem er, wie sie wusste, ebenso hing.
Aber sollte sie nicht wenigstens ehrlich zu ihm sein? Er hatte die Wahrheit verdient. Er sollte wissen, weshalb sie sich von ihm getrennt hatte, außerdem, dass sie ihm nie etwas vorgespielt hatte, was er wohl denken musste.
Sie wollte, dass er wusste, wie wichtig er ihr war. Doch wie sollte sie das alles sagen, ohne dass er sich verarscht fühlte? Sie verhielt sich heute schon fast wie ein launisches Kleinkind, das nicht wusste, was es wollte...
"Adrian? Kann ich..." Sie schluckte. "Kann ich mit dir sprechen? Bitte." Ihre Stimme war leise, doch in diesem stillen Raum kam es ihr vor wie ein Schreien. Ihr Herz pochte so laut, dass sie dachte, er müsste es hören und Angst erfüllte ihren Körper.
Angst davor, was er sagen und tun würde.

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Di Apr 07, 2015 7:34 pm

Adrian

kam nicht drum rum wieder an Farina zu denken, an die Dinge die sie gesagt hatte. Warum sie ihn noch lieben sollte. Dass die Sache ihren Reiz verloren hatte. Den verdammten Reiz?! Das klang so, als wäre sie nur mit ihm zusammen gewesen, weil sie es geil fand etwas Verbotenes zu tun! Aber dann hätte sie sich doch jeden anderen Idioten suchen können und nicht ihn, der sowieso schon mit sich zu kämpfen hatte, wegen so ziemlich allem.
Nein, er hatte sich in sie verliebt und sie waren doch glücklich gewesen… oder? Zumindest war er es gewesen. Und entweder konnte sie verdammt gut schauspielern oder sie war es auch gewesen. Denn konnte man Liebe so gut spielen? So überzeugend wie sie war konnte er langsam doch nicht mehr glauben, sie hätte ihn verarscht… warum sollte sie denn auch wieder zu ihm kommen und ihn erneut küssen und sich entschuldigen?

Seufzend schüttelte er den Kopf. Aus ihr konnte er nicht mehr schlau werden. Früher konnte er es, jedenfalls hatte er geglaubt er würde es können. Aber jetzt? Jetzt glich sie einem Buch mit sieben Siegeln und wenn er ehrlich war, wollte er sie doch nur wieder in seinen Armen halten. Alles wieder auf Anfang stellen und der Mann sein, den sie brauchte. Adrian wollte sie doch nur glücklich sehen. Aber wenn sie glücklicher ohne ihn war?  
Schließlich musste er zugeben, dass er nicht wirklich einfach war. Manchmal hatte er sich gefragt, ob sie vielleicht ab und zu Angst vor ihm hatte, wenn er einen Aussetzer hatte – wenn er wieder etwas zerschlagen hatte. Denn wenn er ehrlich war, hatte er Angst vor sich selbst gehabt.
Aber Farina war trotzdem immer für da gewesen und hatte ihm die Sicherheit gegeben, die er brauchte. Und kaum war sie nicht mehr da, war es wieder passiert. Er hatte den Spiegel zerschlagen und seine Hand war verletzt.
Kurz sah er auf seine Hand. Die Wunde war noch frisch, doch den Verband trug er ja nicht mehr. Schließlich war er ja schwimmen gewesen. Doch jetzt war die Wunde schön sauber.
Wie auch immer.

Er fuhr sich mit seiner anderen Hand durch die braunen Haare und stütze seinen Kopf in seine Hände. Sein Blick blieb in der Flamme der Kerze hängen, so dass er nicht mitbekam, dass sich jemand von hinten näherte. Auch nicht, dass er eine ganze Weile angestarrt wurde – was er sonst eigentlich immer mitbekam. Doch diesmal war die Situation auch eine andere. Er war vollkommen in Erinnerungen versunken, dachte an Farina. Dachte an seine Mutter. An all den Verlust denken, den er hinter sich hatte.
Doch plötzlich ertönte eine Stimme und als er sie erkannte, versteifte er sich.
Das konnte doch nicht ihr Ernst sein! Wie konnten sie sich so oft sehen? Hasste das Leben sie so sehr?!
Langsam drehte er sich um und sah sie dann vor sich. Sie sah deprimiert aus. Eigentlich genauso schlecht wie er... jedoch wollte er nicht wissen warum es ihr so schlecht ging.

Adrian musste schlucken, überlegte was er sagen sollte. Ob er etwas sagen sollte oder sie nicht doch einfach ignorieren sollte.
,,Ich höre.", die Worte waren so schnell über seine Lippen gekommen, als das er es kontrollieren könnte, aber das war unwichtig. Jetzt wollte er wissen was sie zu sagen hatte.

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Mi Apr 08, 2015 11:56 am

Farina

Er war nicht glücklich, das konnte sie deutlich sehen. Ein Außenstehender, der Adrian nicht kannte, hätte das von hinten sicherlich nicht erkannt - wobei, selbst hier war sie sich nicht sicher, wahrscheinlich würde sogar dieser sehen, dass da etwas nicht stimmte.
Als er sich mit seiner Hand durch die Haare fuhr, fühlte sie einen Stich. Wie sehr sie das immer von ihm geliebt hatte! Diese Geste, wie sie auch alles andere an ihm liebte. Ja, sie sprach in der Gegenwart, denn sie wollte noch nicht von der Vergangenheit sprechen, das wäre zu abschließend. Und zu schwer.
Dass er sie nicht bemerkte, war wohl ein weiteres Zeichen, wie tief er in Gedanken versunken war. Sie war nicht laut gewesen, aber auch nicht so leise, dass man es einfach mal so überhörte.
Ihr Hals fühlte sich trocken an, sodass sie es kaum wagte zu sprechen, und sie war selbst überrascht, als sie ihre eigene Stimme hörte, die ihn zögernd fragte, ob sie mit ihm sprechen könne.
Sie sah, dass er sich sogleich versteifte und erst dann langsam zu ihr drehte. Sie biss sich auf die Lippe aus Angst vor dem, was sie nun sehen würde. Wenn es ihm so schlecht ging, wie er von hinten auf sie gewirkt hatte, dann...
In der Dunkelheit, nur mit der Kerze als Lichtspender, konnte sie sein Gesicht nicht gut erkennen, doch es war offensichtlich, dass er nicht gut aussah. Ihm fehlte die Freude im Gesicht, das Lächeln, das er immer hatte, als sie zusammen gewesen waren. Immer, wenn sie sich gesehen hatten, hatten seine Augen geglänzt und er wirkte so ruhig.
Nun aber sah es nicht so aus, als wäre er entspannt, im Gegenteil. Einen kurzen Moment antwortete er nicht, was Farina sofort bereuen ließ, dass sie nicht weggegangen war. Sie hatte es doch zuvor schon gewusst, dass das hier ein Fehler war! Warum hörte sie nicht darauf?
Dann jedoch ertönte seine Stimme, sagte zwei Worte, nicht viel, aber immerhin ignorierte er sie nicht, wie er es eigentlich hätte tun sollen. Er hätte das Recht dazu.
Trotzdem durchfuhr sie eine Erleichterung, zugleich kam ihr der Gedanke, was sie aber nun sagen wollte. Wie sie anfangen sollte. Es würde schwierig sein, Worte zu finden, die alles zurücknahmen, das sie gesagt hatte, ihm klar machten, dass sie trotzdem nicht zusammen sein konnten und die sich vor allem auch nicht so anhörten, als würde sie ihn verarschen wollen.
Eine Schweigepause entstand. Sie wollte ihm sagen, wie sehr sie ihn liebte, doch das wäre kein guter Anfang, das war ihr klar. Sie durfte nicht vergessen, warum sie überhaupt so weit gekommen waren - weil es zu schlimme Konsequenzen haben könnte, wenn sie zusammen waren.
"Ich habe dir nie etwas vorgespielt außer einem einzigen Mal. Und auch wenn ich weiß, dass ich es nicht auf die richtige Art getan habe, ich musste es tun. Ich weiß, dass du hier nicht weg willst. Du kennst mich doch - wieso glaubst du, ich könnte dir ein Jahr lang etwas vorspielen und dann dich mit solchen Worten abspeisen? Vielleicht hast du Recht und mit mir stimmt etwas nicht", ihre Stimme nahm einen bitteren Unterton an, "aber so etwas würde ich nicht tun."
Sie redete ohne Sinn oder erkennbaren Zusammenhang, wie ihr nun bewusst wurde. Die Worte brachen einfach aus ihr heraus, ebenso wie sie die nächste Frage nicht unterdrücken konnte.
"Was hast du mit deiner Hand getan? Ich dachte, das wäre vorbei..." Ihre Lippen zitterten, doch Tränen standen ihr nicht in den Augen, es war vielmehr die Sorge um ihn und die Wut auf sich, warum sie so etwas getan hatte, dass es ihm so schlecht ging, dass er sich selbst verletzte.

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Mi Apr 08, 2015 5:00 pm

Adrian

Er wusste nicht was es sollte, dass Farina jetzt hier vor ihm stand und mit ihm reden wollte. Warum sie ihn nicht einfach in Ruhe lassen konnte. Nicht, dass Adrian behaupten würde, dass sie es mit Absicht tun würde oder so etwas in der Art, aber es war merkwürdig, dass sie sich an dem Tag, an dem sie sich trennten schon wieder sahen. Und schon wieder schien es nicht gut auszugehen.
Eigentlich wollte er doch nur, dass alles wieder so ist wie am Anfang. Dass er sie nochmal treffen könnte, sich nochmal in sie verlieben könnte. Sie noch einmal küssen könnte. Aber mit ein paar simplen Worten war alles vorbei - sie hatten nie eine perfekte Beziehung gehabt, dass wusste er. Es war nie einfach, vor allem da diese Beziehung sowieso verboten gewesen war - aber war das nicht unwichtig, wenn sie sich geliebt hatten? Für ihn war es das. Noch immer würde er alles stehen und liegen lassen, nur um mit ihr zusammen zu sein. Und da glaubte er einfach, dass Farina ihn nicht richtig verstand.

Er sah sie an und erwiderte ihren Blick genau. Adrian wusste, dass er schrecklich aussah. Fühlte sich auch so -- aber auch Farina, dass Mädchen welches er liebte, sah verdammt schlecht aus. Müde, traurig, verwirrt. Er konnte eigentlich seine eigene Gefühlswelt in ihrem Gesicht wieder erkennen. Warum ging es ihr so schlecht? Sie hatte ihn doch abserviert? Er war verwirrt bis ins letzte Detail.
Hatte Farina denn einen Grund, traurig zu sein, wenn sie ihn wirklich nicht lieben würde? Hätte sie ihn nie geliebt, so würde es ihr doch relativ egal sein, dass es ihm so dreckig wie noch nie ging... oder? Bedeutete das also, dass sie ihn geliebt hatte und es vielleicht immer noch tat? Aber warum hätte sie dann sowas sagen sollen?
Verzweifelt rieb er sich kurz die Stirn, nahm die Hand aber wieder weg, als er sich fragte, wie es wohl aussehen würde für sie. Schließlich bekam sie seine Gedankengänge nicht mit. Wie auch immer...

Die Stille, die sich zwischen ihnen ausbreitete, nachdem er etwas gesagt hatte, war unerträglich. Sie schien ihn förmlich die Luft zu nehmen und er hatte das Gefühl ersticken zu müssen. Es war grausam wie sie sich quälten. Wie sie sich immer wieder gegenseitig verletzten, nur um sich nicht die Wahrheit einzugestehen. Wie sie nun wieder hier waren und sich anstarrten und anschwiegen. Den Atem anhielten.
Adrian schluckte und schaute kurz auf seine Hände, die er zusammen gefaltet hatte und auf seinen Schoss gelegt hatte - dann sah er sie wieder an.
Irgendwann brach Farina dann das Schweigen und leicht erstaunt schaute er sie an. Es fiel ihm schwer noch irgendwelche Emotionen herauszubringen, alles fühlte sich unglaublich stumpf an und er hatte das Gefühl in einer Leere zu versinken, aus der ihn niemand mehr retten konnte.
Sie erklärte ihm, dass sie ihm erst einmal etwas vorgespielt hätte und dass sie nicht wusste, ob es richtig war.
Farina wüsste, dass er hier nicht weg wollte. Natürlich wollte er das nicht - aber nicht weil ihm dieser Ort so viel bedeutete, sondern weil ein Fortgehen bedeutete, er könnte Farina nicht mehr sehen. Nie mehr. Denn woher sollte er wissen wohin sie gehen würde, nachdem sie zu alt für das Heim wäre?
SIE war der Grund, aus dem er nicht gehen wollte. Doch wäre sie bei ihm so würde er überall mit hingehen.

Ihre nächsten Worte trafen ihn.
"Ich dachte, das wäre vorbei."
Ja, das hatte er auch gedacht. Denn seitdem Farina bei ihm war hatte er sich sicher gefühlt und sie hatte ihm den Halt gegeben, den er gebraucht hatte, um nicht wieder in sein altes Ich zu rutschen.

,,Du verstehst es nicht, oder? Du denkst, dass das Heim mir alles bedeutet, nicht wahr? Dass ich verloren wäre, wenn ich hier rausfliegen würde, richtig? Verstehst du wirklich nicht, dass du diejenige warst, die mir alles bedeutet hat? Die für die ich geblieben bin? Du warst die, die es hier perfekt gemacht hat, Farina. Das bist du immer noch.Warum geht das nicht in deinen Kopf? Glaubst du etwa, dass es unmöglich ist jemanden so sehr zu lieben? Du warst mein Leben!", er wusste nicht genau was er da sagte und ob sie es verstand - aber er sagte die Wahrheit. Sie hatte ihn damals gerettet.
,,Und ja, ich dachte auch es sei vorbei. Aber du warst nun mal die, die mir die Sicherheit gegeben hatte, die mich aus dem Sumpf gezogen hatte, in dem ich nach und nach versunken bin. Es war als hättest du Stück für Stück die Scherben aufgesammelt und mich wieder zusammen gepuzzelt hast."
Er sah sie an, wieder war da dieses Gefühl der Hilflosigkeit, die ihm überkam - warum erzählte er ihr das alles? Weil er hoffte ihr die Augen zu öffnen? Weil er hoffte, dass alles wieder besser werden würde? Adrian wusste es nicht...
,,Farina...", murmelte er und streckte die Hand aus, wollte ihre greifen, doch kurz vorher zog er sie wieder zurück und wandte den Blick ab. Was taten sie hier ? Es machte alles einfach keinen Sinn! Er wollte doch nur seine Farina wieder!

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Do Apr 09, 2015 1:49 am

Farina

Sie beobachtete ihn, so schwer es ihr auch fiel, ihn anzusehen. Es tat ihr im Herzen weh zu sehen, wie sehr ihn das ganze mitnahm. Doch hätte sie das nicht wissen müssen, bevor sie den Schlussstrich der Beziehung gezogen hatte? Hatte sie an die Folgen gedacht?
Sie war sich nicht sicher, denn es war alles so schnell gegangen... sie hatten über das Verbot der Beziehung geredet, über die Probleme und dann spontan beschlossen, es zu beenden. Woran hatte sie da gedacht? Daran, dass sie nicht mehr Gefahr liefen, erwischt zu werden, dass er nicht ständig um seinen Job fürchten musste und vor allem um sein Zuhause hier.
Hatte sie daran gedacht, wie er sich fühlen würde, wenn sie so etwas sagen würde? So hart es auch klang - das hatte sie nicht. Das einzige, was sie in diesem Moment beschäftigt hatte, war die Sorge um ihn gewesen.
Adrian rieb sich die Stirn, als wäre das alles zu viel für ihn, was wieder ein schlechtes Gewissen in ihr auslöste. Warum war sie nur hierher gekommen? Wäre es nicht das beste, die Sache einfach ruhen zu lassen und zu warten, bis es wieder besser war? Sowohl für ihn als auch für sie?
Als sie begonnen hatte zu sprechen, bemerkte sie den Ausdruck auf seinem Gesicht, als hätte er nicht mit dem gerechnet, was sie sagte. Was wieder zeigte, dass er tatsächlich alles geglaubt hatte, was sie zu ihm am Teich gesagt hatte... wieso tat er das? Hatte sie ihm im vergangenen Jahr nicht deutlich gezeigt, wie sehr sie ihn liebte?
Immer wieder fragte sie sich, wie er nicht sehen konnte, dass sie am Teich gelogen hatte. Spätestens jetzt musste ihm das doch klar sein... Oder nicht? Sie wusste selbst nicht mehr, was sie von sich denken sollte.
Als sie auf seine Hand zu sprechen kam, sah sie, dass diese Worte etwas in ihm auslösten. Nur was? Das ganze Jahr hatte sie gedacht, ihn zu kennen, so gut, dass sie nahezu immer wusste, was er fühlte oder dachte. Doch jetzt wurde ihr klar, dass sie ihn nicht halb so gut kannte wie sie immer gedacht hatte.
Und dann antwortete er und sie hielt gebannt die Luft an, fürchtete seine Worte. Er sprach davon, dass sie es gewesen wäre, warum er hier bleiben wollte, dass sie sein Leben perfekt gemacht hätte. Und stellte die Frage, ob sie dachte, dass das unmöglich sei.
Nein, das war definitiv nicht unmöglich, schon allein aus dem Grund, weil es ihr nicht anders erging. Denn ob er es glaubte oder nicht - ohne ihn wollte sie hier gar nicht mehr leben. Die Betreuer hier waren - abgesehen von ihm - eh alle schrullige Menschen, mit denen man kaum ein normales Wort wechseln konnte, ohne sofort wieder fliehen zu wollen.
Und die anderen Mitbewohner hier... klar mochte sie ein paar, aber es war niemand dabei, der ihr so am Herzen lag wie Adrian. Wie auch immer er es gemacht hatte, er besaß ihr Herz sogar.
Und er fuhr fort, sagte, sie sei diejenige gewesen, die ihn aus dem Sumpf herausgezogen hätte, in dem er versunken sei, die ihm Sicherheit gegeben hätte.
Es tat so weh ihn zu hören, wie er ihr abermals seine Liebe beteuerte und versuchte ihr klar zu machen, dass sie es wert war, den Rauswurf hier, die Aufgabe von alldem, was er hatte, zu riskieren. Es ging so weit, dass Farina kurz davor war nachzugeben, ihm zu sagen, dass er alles vergessen sollte, was heute passiert war und ihn umarmte, doch eine Stimme in ihr hielt sie davon ab.
Was war wichtiger? Er oder das Heim? Keine Frage, definitiv er. Doch wie ging es ihm dabei? Klar, er beteuerte immer wieder, das Leben hier sei ihm nicht so wichtig wie sie, doch wie sollte sie ihm das glauben?
Aber vielleicht sollte sie das einfach akzeptieren.. hatte sie selbst sich nicht noch gefragt, ob ihm nicht bewusst war, sie sehr sie ihn liebte? War es andersrum vielleicht einfach dasselbe?
Er sagte ihren Namen, als wolle er noch viel mehr sagen, und streckte seine Hand aus. Sie dachte schon, er wolle ihre Hand ergreifen und überlegte zwischen ergreifen und wegziehen, da stoppte seine Hand und ging wieder zurück.
Ihr Blick, der für einen Moment auf der Hand lag, wanderte zu seinem Gesicht, seinen Augen, doch er erwiderte ihn nicht. Wie sehr sie es jetzt schon vermisste, seine Augen zu betrachten, sein Lächeln zu bewundern und mit ihren Fingern durch seine Haare zu fahren...
Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Es klang verdammt danach, als hätte sie einen sinnlosen Fehler gemacht, als sie beim Teich gewesen waren, aber genauso sehr war sie überzeugt davon, trotz allem, was er sagte, dass es so besser war.
Denn einerseits war es so sicherer für ihn, er müsste nicht jeden Tag riskieren, rausgeschmissen zu werden und alles hier zu verlieren, aber andererseits schien es ihm ohne sie so schlecht zu gehen, dass er sich sogar wieder verletzte.
"Und was, wenn wir so weiter machen wie zuvor? Es wird doch das gleiche sein: Bei jedem Treffen werden wir uns Sorgen machen, genau wie es davor war. Hast du nicht noch selbst gefragt, ob es je einfach sein wird? Und meine Antwort ist immer noch dieselbe. Nein, wird es nicht.
Dass es ein Jahr lang gut gegangen ist, bedeutet nicht, dass es weiterhin so ist." Sie schwieg einen Moment, um dann fortzufahren:
"Ich weiß nicht, was besser ist..." Ihr Blick, den sie einen kurzen Moment lang auf den Boden gerichtet hatte, fiel wieder auf ihn, Unsicherheit lag in ihnen. Diese wich schließlich der Sorge, als sie sagte:
"Versprich mir, dass du so etwas nicht mehr tust. Was auch immer geschehen ist, bitte tu es nicht mehr." Sie deutete auf seine Hand und sah ihn so fest an, wie es in dieser Situation nur möglich war.

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    Do Mai 07, 2015 1:02 pm

Adrian

Adrian wusste, dass es nie einfacher werden würde – weder wenn sie eine Beziehung hatten, noch wenn sie keine hatten. In der Beziehung mussten sie Angst haben, dass sie erwischt werden würden. Immer wäre da dieser finstere Schatten, bis sie alt genug war und sie gemeinsam fort gehen könnten. Und wenn sie keine Beziehung hatten, würde anscheinend keiner der beiden glücklich sein. Zumindest er nicht. Der junge Mann konnte nicht sagen, ob er es könnte – sie ständig zu sehen, sie aber nicht küssen zu können; sie nicht in den Arm nehmen zu können.
Innerlich schrie er auf, kämpfte gegen den Drang an, sie einfach hier in den Arm zu nehmen, sie noch mal zu küssen. Aber er würde alles so nur viel schwerer machen.
Seine Brust zog sich zusammen und er bekam keine Luft, es war, als würde ein Ambos auf seine Brust drücken und alles aus seiner Lunge quetschen.
Es war so verlockend gewesen ihre Hand zu greifen. Sie verdammt noch mal zu halten, für einen Moment den Kontakt der Haut zu spüren. Aber er hatte sich nicht getraut, wollte nicht, dass sie sich verweigerte, denn mit diesem Gefühl könnte er nicht leben. Also lieber gehofft haben, dass sie es zugelassen hätte, als zu erleben, dass sie ihre Hand weggezogen hätte. Der Gedanke alleine, machte ihn traurig. Er könnte sie nur noch im Traum bei sich haben, konnte Farina nur im Traum küssen. Nur im Traum im Arm halten.
Auf eine Art beruhigte ihn dieser Gedanke, doch auf der anderen Seite tat es umso mehr weh, dass sie in der Realität wohl nicht mehr zusammen finden würden. Aber das musste einfach reichen. Irgendwie.

Als er sprach, konnte er sehen wie sie mit sich kämpfte, allerdings konnte er nicht sagen womit sie zu kämpfen hatte. War es mit dem Drang fort zu laufen?  Oder fühlte sie gerade dasselbe wie er und wollte nur seine Nähe spüren?
Warum konnte er ihre Art jetzt nicht mehr deuten? Es war, als würde er sie nicht mehr erkennen, umso mehr er über ihr jetziges Verhalten nachdachte – das Bild der Frau, die er liebte, verschwamm immer mehr vor seinen Augen.
Warum sagte er immer wieder, dass er sie liebte, obwohl dass alles nicht half? Hoffte er, dass sie es einsah und zu ihm zurückkam? Vielleicht. Aber das half doch alles nichts! Farina schien sich mit jeder Faser ihres Körpers dagegen zu wehren. Dass es genau anders war, konnte er ja nicht wissen.
Nachdem er versucht gewesen war, ihre Hand zu ergreifen, es aber dann doch ließ, wich er ihrem Blick aus. Spürte aber, dass sie ihn ansah. Es fiel ihm schwer, die Fassung zu halten und nicht zu heulen wie ein kleines Kind, weil er so verzweifelt war.
Erst als sie anfing zu reden, sah er sie wieder an.
Erneut erklärte sie ihm, dass es nie einfach werden würde und dass es, nur weil es ein Jahr lang keine Probleme gab, es auch weiter so laufen könnte.
Adrian zuckte zusammen, als er die Sorge in ihrer Stimme hörte. Sie bat ihn nicht mehr so was zu tun, wobei sie auf seine Hand deutete. Er selbst sah auf seine Hand, dann schaute er sie wieder an. Wusste nicht, was er sagen sollte.
Brachte es noch was, immer wieder für sie zu kämpfen? Ihr immer wieder zu sagen, dass er sie liebte? Dass er sie wieder haben wollte? Brachte es was, wenn sie sich immer wieder dagegen wehrte? Wenn sie ihm immer wieder sagte, dass es so besser wäre?
Er wusste es nicht. Es gab so viele Fragen, auf die er vermutlich nie eine Antwort bekommen würde. Und das war so unerträglich, dass er am liebsten fortlaufen wollen würde. Einfach fliehen und nie wieder kommen.
Aber es gab keinen Ausweg, kein ’was wäre wenn’. Nur das hier und jetzt. Und hier und jetzt liebte er Farina, hatte sie verloren und versuchte mit aller Macht sie wieder zu bekommen. Hier und jetzt hatte er einen Aussetzer gehabt und sich verletzt. Hier und jetzt war er so verzweifelt, dass seine Augen wieder glasig wurden. Hier und jetzt schien es keine Zukunft für sie und ihn zu geben.

Adrian stand auf und stellte sich vor Farina, schaute runter und suchte ihren Blick.
,,Nein, es würde nie einfacher werden. Nie leichter. Immer wäre da dieser Schatten über uns und immer wieder würden wir Angst haben, dass es rauskommen würde. Dass wusste ich, als ich dich das erste Mal geküsst habe. Dass wusste ich, als ich dich das letzte Mal geküsst habe. Dass weiß ich jetzt auch. Und trotzdem hab ich mich auf dich eingelassen, trotzdem liebe ich dich. Nur weil etwas nicht einfach ist, bedeutet es nicht, dass es unmöglich ist.“, er stand dicht vor ihr, so dass er ihren Atem auf seiner Brust spüren konnte.
Kurz schloss er die Augen, nur für einen Herzschlag, um das Gefühl in sich aufzunehmen, dann öffnete er sie und sah sie wieder an: ,,Ich weiß, dass du für uns keine Zukunft siehst, weil die Umstände es jetzt nicht zulassen… aber, Farina, ich weiß, dass auch das unmögliche machbar ist.“
Die Tränen in seinen Augen vermehrten sich und er musste sich zusammenreißen nicht zu weinen, er wollte nicht, dass sie ihn so sah. Wollte nicht, dass er sie dadurch verletzte. Adrian sollte gehen bevor er sich nicht mehr halten konnte.
,,Ich verspreche dir, dass ich mir Mühe geben werde.“, raunte er und sah ihr in die Augen: ,,Aber ich sollte gehen, ich bin mit Jack verabredet.“, murmelte er und nahm dann doch ihre Hand, so schnell, dass sie nicht weg konnte.
Mit der anderen Hand hielt er ihren Hinterkopf und drückte seine Lippen auf ihre Stirn: ,,Ich werde dich immer lieben, Farina, vergiss das nicht.“, murmelte er, als er noch die Lippen an ihrer Stirn hatte.
Adrian kniff die Augen zusammen und schon kullerten einige Tränen über seine Wangen: ,,Es tut mir leid.“
Dann löste er sich von ihr und verließ die Bibliothek. Hinter sich schloss er die Tür und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

--> Kneipe

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Kiara

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BeitragThema: Re: Die Bibliothek    So Mai 10, 2015 3:11 pm

Farina

Er war so nah und zugleich so fern wie noch nie. Würde sie ihren Arm ausstrecken, könnte sie ihn berühren, doch etwas zwischen machte das unmöglich. Es war wie eine Mauer, die sie voneinander trennte, sowohl körperlich als auch seelisch. Wenn sie ihn ansah, wusste nicht, wer vor ihr stand - der Mann, den sie liebte und kannte wie ihre eigene Handtasche oder ein Fremder, von dem sie bis heute geglaubt hatte zu kennen.
Und doch spürte sie diese Verbindung zu ihm, als ob ihre Herzen verschmolzen wären und sie wusste, dass das auch immer so sein würde. Denn so stark wie ihre Liebe zu ihm war, ließ sich das nicht von einem Tag auf den anderen abstellen - es würde sich nie abstellen lassen.
Ob es ihm so erging wie ihr? Wenn sie ihn sich so ansah, würde sie ja sagen. Denn er sah schrecklich aus, so, wie sie ihn so gut wie noch nie gesehen hatte, abgesehen am Anfang, wenn er wieder große Probleme mit sich wegen seinem Vater hatte.
Wenn es tatsächlich so war, dass er sich so schrecklich fühlte wie sie, was wäre ihre Pflicht zu tun? Eine innere Stimme schrie, sich zu entschuldigen und ihm zu sagen, wie sehr sie ihn liebte. Dass sie ihn niemals verlieren wollte, auch wenn sie gerade dabei war, das zu tun. Dass sie ihn just in diesem Moment einfach nur küssen wollte, ihn in ihren Armen halten wollte.
Doch angenommen, sie würde das tun, was dann? Was würde das bringen? Sie wären genau das, wo sie am Anfang auch gewesen waren. Vor einer Zeit, in der Ängste und Sorgen über die Liebe und Wärme dominierten.
Und wenn es so war wie jetzt? Was dominierte jetzt in ihrem Gefühlsleben? Schmerz. Der eines gebrochenen Herzens, ja. Sorge. Um Adrian, der verletzt war, sowohl innerlich als auch äußerlich. Sehnsucht. Nach ihm.
Es tat ihr weh zu sehen, wie er ihrem Blick auswich, weshalb auch immer er das tat. Konnte er sie nicht mehr ansehen? Wollte er es nicht? Wie fremd er ihr doch nun schien...
Erst, als sie sprach, stellte er den Blickkontakt wieder her und sie versuchte, ihn zu halten, denn so schwer er auch war, es gab ihr Kraft, in seine grauen Augen zu sehen, die ihr im vergangen Jahr immer wieder gezeigt hatten, was in ihm vorging.
Ihre Worte schienen tatsächlich etwas in ihm zu berühren, denn er zuckte zusammen und sah schließlich zu seiner Hand, als sie auf diese hinwies. Doch er antwortete nicht, jedenfalls nicht sofort. Stattdessen schienen Gedanken durch seinen Kopf zu schießen, die seine Augen wieder glasig werden ließen, was ihr einen Stich versetzte. Sie senkte den Kopf, um seinen Anblick nicht weiter ertragen zu müssen.
Doch was hatte sie erwartet? Dachte sie, er würde von einem Moment auf dem anderen, so ohne Grund, lachend aufspringen und sein Leben so weiterleben, wie er es getan hatte, bevor sie sich getroffen hatten?
Nun... selbst dann würde er nicht lachen. Als ihr das klar wurde, biss sie sich auf die Lippe, um den Schmerz in ihrem Inneren, der wieder aufflammte, auf jene zu verlagern, was jedoch absolut gar nichts half.
Als er sich plötzlich bewegte, riss sie ihren Kopf hoch und starrte unmittelbar in sein Gesicht, so nahe, dass sie einen Schritt zurück gehen wollte, jedoch ihre Beine nicht bewegen konnte. Und im gleichen Moment, als sie sich fragte, wieso das nicht ging, war ihr klar, dass das genau das war, was sie im Grunde doch wollte - seine Nähe.
Ihr Herzschlag vervielfachte sich, sodass sie dachte, sie sei einem Herzinfarkt nahe, doch nichts geschah. Auch ihre Knie begannen leicht zu zittern, sodass sie sich wünschte, etwas zu haben, an dem sie sich stützten konnte... vor allem, jetzt, da er zu sprechen begann.
So sehr sie sich gewünscht hatte, er würde endlich etwas sagen, ebenso groß war ihre Angst davor gewesen. Denn was würde er sagen? Würde er einen Schlussstrich ziehen? Oder das Gespräch offen beenden?
Ihre Frage wurde nun beantwortet, indem ein Wort nach dem anderen seinen Mund verließ. Er bestätigte, dass es nie einfach sein würde, doch dass er das immer gewusst sie immer geliebt hätte. Nur weil etwas nicht einfach sei, wäre es nicht unmöglich.
Das ließ sie nachdenklich werden, denn das war richtig. Doch das war nicht alles, das wusste sie. Denn manches konnte zu schwer zu meistern sein, auch wenn es nicht unmöglich war. Und dazu zählte sie die Liebe zwischen ihnen.
Er stand so nahe bei ihr, dass sie nicht wusste, wie sie normal atmen sollte, was dazu führte, dass ihr Atem immer wieder stockte und ihre Brust zu schmerzen begann. Erst dann atmete sie wieder weiter, nur um es im nächsten Moment wieder einzustellen.
Was machte er nur, dass sie sich kaum mehr unter Kontrolle hatte? Müsste sie seine Nähe nicht längst gewohnt sein, nach diesem langen gemeinsamen Jahr? Offenbar endete das nie.
Für einen Moment schloss er seine Augen, öffnete sie schließlich wieder und sprach weiter. Er wüsste, dass sie keine Zukunft für sie beiden sähe, doch auch das Unmögliche wäre zu schaffen. Während er das sagte, sammelten sich Tränen in seinen Augen, was Farina deutlich sah, als sie ihm in seine Augen sah, und das war es, was ihr Herz förmlich zerriss. Ein Schmerz explodierte in ihr, so heftig, dass sie dachte, sie würde brennen.
Wie gerne sie doch alles rückgängig machen würde, für ihn, für sie, für beide! Wie gerne sie ihn trösten wollte, ihm diese Tränen aus den Augen vertreiben wollte! Ihn trösten wollte! Ihre Arme um ihn schlingen und ihn an sich drücken, Kraft schöpfen und geben!
Er gab ihr das Versprechen, sich Mühe geben zu wollen, doch Farina wusste nicht einmal, wofür. Mühe, sie zu vergessen? Oder das ganze zu akzeptieren? Mühe, dass alles wieder gut werden sollte? Dass sie ihre Ängste überwinden und doch in eine gemeinsame Zukunft starten konnten?
Sie wusste es nicht und kam auch nicht mehr dazu, ihn zu fragen, denn er murmelte, er sei mit Jack verabredet.
Was? Er konnte das hier doch nicht so offen zurück lassen... es gab noch so viel zu sagen! Zwar wusste sie nicht, was sie ihm noch hätte sagen sollen, doch sie wollte nicht, dass er ging! Schon öffnete sie ihren Mund, um ihn aufzuhalten, da griff er nach ihrer Hand, mit der anderen ihren Hinterkopf und sein Gesicht näherte sich ihrem.
Er wollte sie doch nicht... nein. Seine Lippen berührten ihre Stirn, so sanft, dass es schmerzte. Sich daran zu erinnern, wie sie sich im vergangenen Jahr geküsst hatten, wie behutsam er stets gewesen war... Sie schloss ihre Augen, um die Bilder, die in ihrem Kopf erschienen, zu vertreiben. Das war Vergangenheit und würde nicht wieder kommen. Nie wieder.
Noch immer in dieser Haltung sagte Adrian, er würde sie immer lieben und dass sie das nicht vergessen sollte. Dann ließ er sie los, entschuldigte sich, während dabei Tränen über seine Wangen rollten.
Farina konnte ihn nur ansehen, wusste nicht, wie sie reagieren sollte. So viele Gefühle mischten sich, dass es unmöglich war, sie zu benennen.
Adrian drehte sich nun um und schritt auf die Tür zu, um die Bibliothek zu verlassen, und erst, als er schon dort angekommen war, löste sie sich aus der Starre und Entsetzen mischte sich nun unter all den anderen Gefühlen.
"Adrian, warte!" Sie trat einen Schritt vor, doch bevor sie noch etwas sagen konnte, war er schon verschwunden. Die Tür schloss sich.
Ihr Blick verharrte an dieser, während sie versuchte, das alles zu verdauen, was schwerer war als es sich anhörte. Und dann brach alles über sie herein.
Die Gefühlswelle überrollte sie förmlich, presste all die Luft aus der Lunge und ließ sie aufkeuchen. Tränen bildeten sich in ihren Augen und quollen über, bevor sie sich derer überhaupt bewusst war. Alle Kraft verließ sie nun und sie stützte sich erst an der Stuhllehne, setzte sich schließlich, da ihre Beine vollends nachzugeben drohten. Sie kauerte sich nun zusammen, begann zu schluchzen, ihr Körper bebte.
Das Gesicht war in ihren Händen vergraben und für eine gefühlte Ewigkeit saß Farina nun zusammengekauert auf dem Stuhl, weinte, bis keine Tränen mehr übrig waren.
Erst als die erste Welle an Schmerz vorbei war, traute sie es sich zu, über das restlichen Gesagte nachzudenken. Was ihr wieder Wasser in die Augen getrieben hätte, wäre davon noch etwas vorhanden. Doch dem war nicht so, sodass Farina nun mit leeren Augen ins Nichts starrte.
Das dauerte wieder eine halbe Ewigkeit, in welcher Gedanken kreuz und quer durch den Kopf schossen, ohne einen sinnvollen Zusammenhang zu ergeben.
Schließlich verließ ein Seufzen ihren Mund und sie schloss sie Augen, die sich ausgetrocknet anfühlten. Es half nichts, hier in Selbstmitleid zu versinken, was sich aber leicht sagen ließ, vor allem, wenn der Schmerz und die Trauer gerade dabei waren, sie innerlich aufzufressen.
Sie musste hier raus, sofort. Sie hielt es nicht länger hier aus, was dazu führte, dass sie fast panisch aufsprang und die Flucht ergriff.

tbc: Ihr Zimmer

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